Viele Ansätze schauen nur auf einen Teil von dir: nur auf deine Gedanken, nur auf deine Gefühle oder nur auf dein Verhalten. ILP versucht, diese drei Ebenen zusammenzubringen – und genau das macht es im Berufsalltag so brauchbar.
Woher es kommt
ILP steht für Integrierte Lösungsorientierte Psychologie. Entwickelt wurde sie ab etwa 1980 von Dr. Dietmar Friedmann. Der Name „integriert" ist Programm: ILP kombiniert mehrere bewährte Ansätze – vor allem systemische und lösungsfokussierte Methoden (nach Steve de Shazer) sowie Elemente aus dem NLP. Es ist also weniger eine einzelne Technik als ein Rahmen, der verschiedene Werkzeuge sinnvoll verbindet.
Die Grundidee: drei Ebenen
Der Kern ist einfach und sofort einleuchtend: Was du denkst, was du fühlst und wie du handelst, hängt zusammen. Wer nur auf der Kopfebene arbeitet („Ich weiß genau, was ich anders machen müsste") und trotzdem nichts verändert, merkt: Da spielt das Gefühl nicht mit. ILP schaut deshalb auf alle drei Ebenen – und dort, wo es klemmt.
Wie ich es im Coaching nutze
Ich nutze ILP als Landkarte, um schnell zu erkennen, wo eine Veränderung eigentlich hängt: an einem Gedanken, an einem Gefühl oder am konkreten Tun. Statt lange im Problem zu graben, arbeiten wir lösungs- und zukunftsorientiert: Was soll anders sein – und was ist der nächste machbare Schritt? Das hält die Arbeit konkret und alltagstauglich.
Ehrlich eingeordnet
ILP ist ein Praxis- und Ausbildungsmodell, das vor allem in Coaching und Beratung verbreitet ist – keine akademisch breit beforschte Therapieschule. Seine Stärke liegt in der praktischen Kombination wirksamer Bausteine (insbesondere des gut belegten lösungsfokussierten Ansatzes), nicht in einer eigenen großen Studienlage. Für mich zählt, dass die Werkzeuge im Gespräch funktionieren – nicht das Etikett.
Quellen & zum Weiterlesen
- Integrierte Lösungsorientierte Psychologie – Wikipedia
- Dietmar Friedmann – Wikipedia (Entwickler des Ansatzes)