Die meisten von uns sind darauf trainiert, Probleme zu analysieren: Woran liegt es? Wer ist schuld? Was läuft alles schief? Die lösungsfokussierte Kurzberatung dreht das um – und das spart erstaunlich viel Zeit und Energie.
Woher es kommt
Die lösungsfokussierte Kurzberatung (engl. Solution-Focused Brief Therapy, SFBT) wurde ab Ende der 1970er-Jahre von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg mit ihren Kolleginnen und Kollegen am Brief Family Therapy Center in Milwaukee entwickelt. Der Name ist Programm: kurz, und auf Lösungen statt auf Probleme fokussiert.
Die Grundidee
Statt lange zu graben, was alles schiefläuft, richtet SFBT den Blick auf vier Dinge:
- Lösung statt Problem: Wie sieht es aus, wenn das Thema gelöst ist?
- Ressourcen statt Defizite: Was kannst du schon? Was hat früher geholfen?
- Zukunft statt Vergangenheit: Wohin willst du – statt warum es so kam.
- Kleine Schritte: Was ist der nächste machbare, konkrete Schritt?
Eine typische Frage daraus: „Wann lief es zuletzt etwas besser – und was war da anders?" Solche Fragen lenken die Aufmerksamkeit auf das, was funktioniert – und davon bekommt man dann mehr.
Wie ich es im Coaching nutze
SFBT ist für mich der rote Faden in fast jeder Sitzung. Es hält die Arbeit konkret, alltagstauglich und gibt dir das Steuer in die Hand: Du entwickelst eigene Lösungen, statt Ratschläge abzunicken. Genau deshalb fühlt es sich nicht wie Therapie an, sondern wie zielgerichtetes Vorankommen.
Was die Forschung sagt
Anders als manche Coaching-Methode ist SFBT vergleichsweise gut untersucht. Inzwischen liegt eine Vielzahl von Studien vor, die nahelegen, dass der lösungsfokussierte Ansatz bei verschiedenen Anliegen wirksam sein kann – häufig vergleichbar mit anderen anerkannten Verfahren, oft in kürzerer Zeit. Das ist kein Allheilmittel-Versprechen, aber eine solide Grundlage – und einer der Gründe, warum dieser Ansatz das Herzstück meiner Arbeit ist.
Quellen & zum Weiterlesen
- Lösungsorientierte Kurztherapie – Wikipedia (Überblick, Methoden, Forschung)